Literatur Kjell Westö - Vom Risiko, ein Skrake zu sein (Buchrezension von Birgit Arnold, Januar 2009) 1952 ist für Finnland ein denkwürdiges Jahr. Die olympischen Sommerspiele finden in Helsinki statt, Coca-Cola wird auf den Markt gebracht und eine Finnin wird Miss Universum. Der von einem Studien- aufenthalt in den USA zurückgekehrte Werner Skrake darf sich glücklich schätzen, am Tag vor der Markteinführung einen der Coca-Cola-Wagen zu fahren. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihm. Eine Unachtsamkeit bringt ihn und somit auch seine Nachfahren für immer in Verruf, als er mit dem Wagen von der Straße abkommt und die wertvolle Fracht in Scherben liegt. Dieses Missgeschick wird selbstverständlich in allen Tageszeitungen als Hauptschlagzeile abgedruckt. Selbst Jahrzehnte später verfolgt Werners Sohn Wiktor Juri Ansgar das unrühmliche Familiendrama. Er, der seinen ungewöhn- lichen Namen dem berühmten Kosmonauten Gagarin verdankt, erntet immer wieder spitze Bemerkungen über diesen Vorfall, sobald er seinen Familiennamen nennt. Es scheint, als wäre der Name Skrake ein Synonym für Katastrophen und als seien die männlichen Familienmitglieder mit einem Talent versehen, immer zur falschen Zeit am falschen Ort das Falsche zu tun. Dennoch erinnert sich Wiktor mit einem Hauch von Melancholie an seinen verstorbenen Vater. Erst kurz vor dem Ende des Trauerjahres ist er in der Lage, sein eigenes Leben und das der gesamten Skrake-Sippe zu hinterfragen. Auch wenn die Erinnerung mitunter schmerzhafter Natur ist. Dabei ist eine wundervolle, humorvolle und sehr einfühlsame Geschichte entstanden, die den Leser in ihren Bann zieht. dt. Erstausgabe: 2005 - btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House, München fin.schw. Originalausgabe Vådan av att vara Skrake: 2000 - Söderströms, Helsinki / Norstedts, Stockholm aus dem Finnlandschwedischen von Paul Berf --> bestellen bei amazon.de