Literatur Siri Kolu - Vilja und der Räuberschatz (Buchrezension von Birgit Arnold, September 2014) Vilja ist voller Freude und total aufgeregt, nachdem sie in in ihrem gewonnenen Räuberpokal einen Brief und eine Karte gefunden hat. Der Brief des großen Räuberherrschers Kvist wurde im Jahre 1896 geschrieben und führt auf die Spuren zum Räuberhandbuch „Ratgeber aller Ratgeber“, dessen Teile an zwei geheimen Orten versteckt sind und zu einem Buch zusammengeführt werden müssen - zum ersten Mal nach über hundert Jahren. Dem Finder würden die Geheimnisse des Räuberherrschers sowie das Wissen über das alte Erbe, das im Laufe der Jahre in Vergessenheit geriet, anvertraut werden. Wer Vilja bereits aus den beiden früheren Bänden kennt, weiß, dass sie genau die richtige Räuberin für die Ausführung dieser schwierigen Aufgabe ist. Um ihre Abwesenheit während der Suche erklären zu können, entwickelt Vilja mit Hilfe der wilden Hele und ihrem besten Räuberfreund Kalle einen Plan namens ‘Operation bombensicher’. Allen Beteiligten ist klar, dass jede der anderen Räubersippen Lunte riechen und alles Erdenkliche tun werden, ebenfalls den Ratgeber  in die Finger zu bekommen. Wer erst einmal in den Besitz von Kvists Cleverness kommt, kann der nächste Herrscher über die Räuberwelt werden. Für Vilja beginnt ein Abenteuer, das sie kreuz und quer durch ganz Finnland führt. Zudem muss sie entsetzt feststellen, dass ihre nervige ältere Schwester Vanamo in Gefahr gerät... Wie bereits in den beiden vorherigen Bänden fühlt sich Vilja bei der Familie Räuberberg am wohlsten. Hier versteht jeder ihren Wunsch, eine richtige Räuberin sein zu dürfen. Ihre eigene Familie kann dies überhaupt nicht nachvollziehen und ist sich auch sicher, dass sie gar keinen Kontakt mehr in die Räuberwelt pflegt. Mit Kaija Räuberberg hat Vilja allerdings eine gewiefte Komplizin, der es gelingt, dass sie sich mit den anderen Räuberbergs in deren Versteck treffen kann. Viljas Schwester Vanamo ist das komplette Gegenteil, ein typisches Mädchen, das sich für Mode und Schminken interessiert und deren erste große Liebe sich ausgerechnet als Jussi-Großmaul Hurmala entpuppt, den jungen Chef der Hurmala-Sippe. Zwar ahnt der Leser bereits zur Halbzeit, wie sich das Ende abzeichnet, doch hat dies überhaupt keinen negativen Einfluss. Kreativ und humorvoll flechtet Siri Kolu die verschiedenen Handlungsstränge ineinander, wobei ihr die Erfahrungen aus der beruflichen Tätigkeit als Dramaturgin und Regisseurin zugute kommen. Wie bereits in den früheren Bänden lockern Viljas Notizen die einzelnen Kapitel auf. Und als sich die Schatzsuche so langsam dem Höhepunkt nähert, wird aus dem Lesen ein wahres Kopfkino. Schöner kann lesen wahrlich nicht sein. Das Ende kündigt bereits den vierten Band an, man darf sich also auf weitere Abenteuer mit Vilja und den Räuberbergs freuen. dt. Erstausgabe: 2014 - Heyne Verlag innerhalb der Verlagsgruppe Random House, München fin. Originalausgabe Me rosvolat ja iso-hemmin arkku: 2012 - Otava, Helsinki aus dem Finnischen von Anu Katariina Lindemann