Film Aki Kaurismäki - Vertrag mit meinem Killer (I hired a contract killer) Spielfilm 1990  Finnland, England, Deutschland, Schweden  Farbe, 76 Minuten Etwas zum Film  Nach fünfzehn Jahren ist für den Franzosen Henri Boulanger (Jean Pierre Léaud) die Zeit bei den königlichen Wasserwerken  in London abgelaufen. Die Wasserwerke werden privatisiert und die dort arbeitenden Ausländer als erstes fristlos entlassen.  Vom Abteilungsleiter bekommt er als Dank für seine Dienste eine billige goldene Uhr in die Hand gedrückt und das war’s.  Freunde hat Henri keine: sein Adressbuch ist leer und der einzige Eintrag mit einem Kreuz versehen. Er beschließt, sich das  Leben zu nehmen, doch die mehr oder weniger hilflosen Versuche scheitern kläglich. Zum einen hält die  Seilbefestigung nicht, als er versucht, sich aufzuhängen, zum anderen streiken die Gaswerke gerade  dann, als er seinen Kopf in den Ofen steckt. Einen Tag später liest er in der Zeitung einen Artikel über  Berufskiller und ihm kommt die Idee, einen solchen anzuheuern, da er selbst zu hilf- und mutlos ist. Er  versetzt für fünf Pfund die goldene Uhr für seine treuen Dienste bei den Wasserwerken und hebt sein  Erspartes von der Bank ab. Von einem Taxifahrer lässt er sich zur Honolulu Bar bringen, einer verrufenen  Spelunke. Mit den Worten “Wo ich herkomme, da verspeisen wir sowas wie ihr zum Frühstück” bekommt  Henri auch gleich den richtigen Gesprächskontakt mit zwei zwielichtigen Gestalten aus der Unterwelt, Al  (Charles Cork) und Pete (Nicky Tesco). Im Hinterzimmer schließt er einen entsprechenden Vertrag ab.  Innerhalb von zwei Wochen soll alles erledigt sein, ansonsten gäbe es das Geld zurück. Während Henri zu Hause auf den Killer wartet, sieht er den Pub gegenüber und begibt sich dorthin. Zum  ersten Mal in seinem Leben trinkt er einen Whiskey, was ungeahnte Wirkungen hat. Er wagt es, sich dem  anderen Geschlecht zu nähern - ebenfalls eine Premiere in seinem Leben. Es ist die Rosenverkäuferin  Margarete (Margi Clarke), die zufällig den Pub betritt. Boulanger verliebt sich in die junge Frau und erhält  neuen Lebensmut. Doch der Killer (Kenneth Colley) hat ihn längst im Visier und als dieser ihm auf den  Fersen ist, flieht Henri in panischer Angst - in die Wohnung von Margarete, die seine Gefühle erwidert.  Henri erzählt von dem Mordauftrag und als er diesen rückgängig machen möchte, wurde die Honolulu Bar bei Abrissarbeiten  in Schutt und Asche gelegt. Da der Killer Hernri und Margarete allerdings gemeinsam im Pub sah, weiß er, dass er ihr folgen  muss, um an Henri zu kommen. Er verschafft sich Zutritt zu Margarets Wohnung, doch diese streckt ihn mit einer Vase  nieder. Margaret und Henri können fliehen und quartieren sich in einem Hotel ein.  Als Henri am nächsten Tag Al und Pete aus der Honolulu Bar wiedererkennt, folgt er diesen bis in ein Juweliergeschäft. Die  beiden Ganoven erkennen ihn, erschießen den Ladenbesitzer und drücken Henri beim Herausgehen die Pistole in die Hand.  Doch dieser bliebt stocksteif im Geschäft stehen und blickt in die Überwachungskamera. Jetzt muss er nicht nur vor dem  Killer, sondern auch noch vor der Polizei fliehen. Am nächsten Tag prangt ein Bild von ihm auf der Titelseite der Zeitung.  Henri ist inzwischen untergetaucht, auch Margaret weiß nicht, wo er sich aufhält. Zufälligerweise weiß der Hotelportier über  Henris Aufenthaltsort bescheid und verrät ihn Margaret - Henri arbeitet in Vic’s Imbissbude in Hampstead beim Friedhof.  Margaret trifft ihn dort und die beiden beschließen, England am nächsten Tag zu verlassen. Margaret zieht los, um ein paar  Besorgungen zu machen und sieht nebenbei in der Zeitung, dass die beiden wahren Juwelierräuber gefasst sind. Freudig  begibt sie sich auf den Weg zur Imbissbude. Allerdings kam ihr der Killer bereits zuvor und steht Henri gegenüber. Killer:  “Krebs ... in ein paar Wochen bin ich nicht mehr.” - Henri: “Das tut mir leid.” - Killer: “Wieso? Dann komm ich endlich hier  raus.” - Henri: “Gefällt’s ihnen hier nicht?” - Killer: “Nein, ich bin ein Verlierer.” - Henri: “Jetzt haben sie gewonnen.” - Killer:  “Das glauben sie ... Das Leben ist eine Enttäuschung ... Leben sie wohl.” - Der Killer erschießt sich selbst. Die Antwort darauf, ob Henri und Margaret in England bleiben oder doch fortgehen, bleibt dem Zuschauer überlassen. Der  Film I hired a contract killer wurde im Frühjahr 1990 im Londoner Stadtteil East-End, dem der Ruf des Verfalls und des  Verbrechens vorauseilte, aufgenommen. Es war der erste Filmdreh Kaurismäkis außerhalb Finnlands und auch der erste  Film, den er ausschließlich mit Schauspielern drehte, die nicht Finnen oder Finninnen waren. Die Idee für das Drehbuch  stammt vom Filmkritiker Peter von Bagh, der in Kaurismäkis Büro kam und auf einen Notizzettel “Mann schließt Vertrag mit  einem Killer, der ihn umbringen soll, überlegt es sich dann doch anders” schrieb. Die Besetzung des Henri mit Jean Pierre  Léaud war ein Traum Kaurismäkis, ihn bewunderte er sehr. Margi Clarke lernten die Kaurismäki-Brüder zufällig kennen, als  sie während der Berlinale 1985 im selben Hotel wohnten. Clarke stellte auf der Berlinale ihren Film Brief an Brezhnev vor.  Mika engagierte Margi Clarke später für seinen Film Helsinki Napoli - all night long und Aki tat es ihm hier mit der Besetzung  der Rolle der Blumenverkäuferin Margaret nach.  Die für diesen Film aufgenommenen Musiktitel “Burning lights” und “Afro-Cuban Be-Bop” von Joe Strummer & The Astro-  Physicians wurden als Promo-7”-Single mit einer Auflage von ein paar Hundert Stück herausgegeben. Hinter den Astro-  Physicians verbargen sich in Wirklichkeit The Pogues.  Darsteller  Jean Pierre Léaud (Henri), Margi Clarke (Margaret), Kenneth Colley (Killer), Trevor Bowen (Abteilungsleiter), Imogen Clare  (Sekräterin), Angela Walsh (Hauswirtin), Cyril Epstein (Taxifahrer), Nicky Tesco (Pete), Charles Cork (Al), Michael O’Hagan  (Chef der Killer), Tex Axile (Barkeeper), Walter Sparrow (Hotelportier), Tony Rohr (Frank), Joe Strummer (Musiker in der  Bar), Peter Graves (Juwelier), Serge Reggiani (Vic), Ette Eliot (Tochter des Killers), Roberto Pla (Bongo-Spieler)  Stab Aki Kaurismäki (Regie, Produktion, Drehbuch, Schnitt), Timo Salminen (Kamera), Timo Linnasalo (Ton), Klaus Heydemann  (Produktionsleitung), John Ebden (Ausstattung), Simon Murray (Kostüme, Maske), Peter Hoffman & Olli Varja (Beleuchtung)  Musik  Billie Holiday - “Time on my hands” / “Body and soul”, Joe Strummer - “Burning lights”, Joe Strummer & The Astro-  Physicians - “Afro-Cuban Be-Bop”, Little Willie John - “Need your love so bad” / “My nerves” / “Young girl” / “Suffering with  the blues” / “I’m sticking with you baby”, Roy Brown - “Trouble at midnight”, Olavi Virta - “Ennen Kuolemaa”, Lord Beginner  with Cyril Blake’s Calypso Band - “General election”, Carlos Gardel - “Mi Buenos Aires querido” / “Questa abajo”