Literatur Ilkka Remes - Tödlicher Sog (Buchrezension von Birgit Arnold, April 2010) Roni Airas gilt als ein hoffnungsvolles Rennfahrertalent und steht vor dem Sprung in die Formel 1. Als seine Exfreundin Julia nach einem gemeinsamen Streit kurze Zeit später ermordet in einem Waldstück aufgefunden wird, gerät er ins Visier der ermittelnden Beamten; besonders als er im ersten Verhör zugibt, dass er Julia etwas gewürgt habe. Aber umgebracht – nie und nimmer. Sein Vater Tero setzt nun alles daran, die Karriere seines Sohnes nicht zu gefährden. So legt er der Polizei erstmal eine falsche Spur. Dieser Plan geht zunächst auf. Doch plötzlich steht Julias Onkel Toomas aus Estland auf der Matte und versucht, Roni und Tero zu erpressen. Wenn sie ihm nicht geheime Papiere aus einem Schweizer Bankschließfach besorgen, wird er die Presse über Ronis illegalen Handel und Konsum von Steroiden informieren. Die beiden lassen sich gezwungenermaßen auf den faulen Deal ein, ohne wirklich zu wissen, worum es genau geht. Im Schließfach liegen Dokumente, die zur Aufklärung des mysteriösen Untergangs des Fährschiffs Estonia im Jahr 1994 beitragen sollen. Für Tero und Roni wird es immer gefährlicher, als sie dem Geheimnis auf die Spur kommen. Es beginnt ein rasantes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sie zunächst wie die sicheren Verlierer aussehen. Wer bereits eifriger und bekennender Freund der Thriller von Ilkka Remes ist, kennt sein Erfolgsrezept: brisantes Thema gepaart mit einer spannenden Rahmenhandlung. Wer nun auf tiefer gehende Erkenntnisse über den Untergang der Estonia gehofft hat, wird das Buch jedoch enttäuscht zurücklegen. An einigen Stellen im ersten Teil des Buches wirkt die Handlung zunächst sehr konstruiert. Dies legt sich spätestens im zweiten Teil und man wird für das “Am-Ball-bleiben” belohnt. Es ist nicht der große Wurf, doch man ist wiederum verblüfft, wie genau Ilkka Remes die Fakten um die Estonia recherchiert hat. Ein solider und lesenswerter Thriller. dt. Erstausgabe: 2010 - Deutscher Taschenbuch Verlag, München fin. Originalausgabe Pyörre: 2008 - WSOY, Helsinki aus dem Finnischen von Stefan Moster