Literatur Pentti Kirstilä - Schwarzer Frühling (Buchrezension von Frank Rehag, Januar 2008) Der Kellner Asko Mertanen ist sich seiner Sache sicher: Sämtliche Missstände in Finnland gehen auf das Konto einer großen Verschwörung, die vom Staatspräsidenten angeführt und symbolisiert wird. Während Mertanen in seinem Beruf darauf bedacht ist, nicht weiter aufzufallen, arbeitet er akribisch an der Erfüllung einer Mission, zu der ihn eine innere Stimme antreibt: den Präsidenten zu töten. Beim bevorstehenden Besuch des Staatspräsidenten in Tampere will er sein Vorhaben in die Tat umsetzen, zuvor jedoch testen, ob er es fertig bringt, einen Menschen zu erschießen und unbehelligt zu entkommen. Währenddessen untersucht Kommissar Lauri Hanhivaara, der drei Monate nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin den Dienst wieder aufgenommen hat, den Mord an einer jungen Frau. Verdächtige gibt es genug, denn die getötete Helena Maijala führte ein ausschweifendes Leben und unterhielt zahlreiche sexuelle Beziehungen sowohl zu Männern als auch zu Frauen. Während der polizeilichen Untersuchungen befragt Hanhivaara auch Helenas Kolleginnen. Am nächsten Tag wird eine von ihnen auf offener Straße erschossen. Auch mit Schwarzer Frühling, dem dritten in deutscher Übersetzung erschienenen Kriminalroman Kirstiläs, überzeugt der Autor durch überraschende Wendungen und Spannung bis zum Schluss, obwohl der Leser die ganze Zeit über die polizeilichen Ermittlungen und das Tun des Asko Mertanen auf dem Laufenden ist. So bleibt lange ungeklärt, wer Helena Maijala ermordet hat und auch bis zum Schluss die Frage offen, ob Mertanen sein Ziel erreicht, den Präsidenten zu töten. Ebenso wird die Polizeiarbeit in den Diensträumen wird nicht langatmig ausgeschlachtet, so dass beim Lesen nie Langeweile aufkommt. dt. Erstausgabe: 2006 - Grafit Verlag, Dortmund fin. Originalausgabe Jäähyväiset presidentille: 1979 - WSOY, Helsinki aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara