Literatur Matti Rönkä - Russische Freunde (Buchrezension von Frank Rehag, Mai 2010) Viktor Kärppä, der einst als Rückwanderer aus dem russisch-karelischen Sortavala nach Finnland kam, arbeitete bereits als Privatdetektiv, betrieb einen Autobahnkiosk und verdingte sich im Schwarzhandel. Inzwischen führt er erfolgreich einen Baustoffhandel und seine Geschäfte haben sich mittlerweile der Legalität angenähert. Mit seiner Lebensgefährtin Marja hat er ein Haus eingerichtet und alles könnte bestens sein, wenn nicht plötzlich zwei russische Männer in seinem Büro auftauchen würden, die von ihm verlangen, all seine Geschäfte auf sie zu überschreiben. Als auch noch sein Haus abbrennt, weiß Kärppä, dass er sich irgendwo einen großen Feind gemacht hat. Dank seiner Beziehungen nach Russland, die er noch aus der Zeit seiner Spezialausbildung bei der Roten Armee hat, macht er sich auf den Weg über die Grenze, um herauszufinden, wer hinter all den Machenschaften steckt. Immer an seiner Seite: Polizist Teppo Korhonen, der sowohl in einer Lebensmittenkrise als auch in der beruflichen Sackgasse steckt und Kärppä bei dessen Unternehmung unbedingt behilflich sein will und sich zum treuen Wegbegleiter entwickelt. - Mit Russische Freunde ist dem preisgekrönten Matti Rönkä einmal mehr ein sehr guter Kriminalroman um den äußerst coolen Viktor Kärppä gelungen, allerdings handelt es sich hier nicht um einen Standardkrimi mit der typischen Rollenverteilung Opfer, Täter und Polizei - hier geht es um Machenschaften innerhalb russischer Gruppierungen, die Polizei taucht nur am Rande auf. Die vorliegende Geschichte regt zum Nachdenken an, ist aber auch gleichzeitig humorvoll und hart. Diese Härte ist von Rönkä wohl dosiert und an den richtigen Stellen platziert. Rönkä erzählt nicht ausschweifend, sondern knapp und effizient, was der Aufmerksamkeit des Lesers sehr entgegen kommt. Ein rundum gelungener Roman um unerwartete Feinde und wahre Freunde. dt. Erstausgabe: 2010 - Bastei Lübbe, Köln fin. Originalausgabe Ystävät kaukana: 2005 - Gummerus, Jyväskylä aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara