Literatur Markku Ropponen - Reusenkadaver und andere Unannehmlichkeiten (Buchrezension von Frank Rehag, August 2009)   Rezension basierend auf dem vormals erschienenen Titel “Finnischer Mittsommer” Ein Mann verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, das am Abgrund einer Sandgrube zum Stehen kommt. Mit Hilfe eines Ingenieurs, der diesen Vorfall beobachtet hat, schaffen es die beiden, das noch fahrtüchtige Auto halbwegs unbeschadet auf den Grund der Grube zu bugsieren. Pech nur, dass der Hund des Ingenieurs die Frauenleiche im Auto wittert und somit das Interesse des Ingenieurs weckt. Die Neugier endet für ihn tödlich. - Privatermittler Otto Kuhala, ehemals bei der Kriminalpolizei in Jyväskylä tätig, treibt sich derweil in der Villa des dubiosen Geschäftsmannes und Party-Löwen Viktor Bister herum, dessen Exfrau ihm den Auftrag gegeben hat, ihre noch in Bisters Stadtwohnung befindlichen Sachen abzuholen. Mit einem von Bisters Leibwächtern macht er sich auf den Weg dorthin und bei der Rückkehr finden sie nur noch die Leiche des Villenbesitzers vor. Nun ist es auch ein Fall für die Kriminalpolizei in Jyväskylä, bei der Kuhala nicht nur Freunde hat und für die auch der Privatermittler zu den Verdächtigen zählt. Allerdings versteht er sich sehr gut mit der Kommissarin Annukka Maaheimo, in die er sich verliebt und die ihm nach seiner gescheiterten Ehe den zweiten Frühling beschert. Bei den weiteren Ermittlungen entkommt Kuhala selber nur knapp einem Brandanschlag und es wird auch noch einige Leichen mehr geben, aber ob und wie diese alle im Zusammenhang stehen, das wird hier natürlich nicht verraten. Die Lösung des Falles ist überraschend, wirkt allerdings stark konstruiert, was als Schwachpunkt dieses Romans gewertet werden kann. Zudem liegt - mal wieder - das aus vielen Kriminalromanen bekannte Schema des ermittelnden Einzelgängers mit kaputter Ehe vor, der sich hin und wieder einen kräftigen Schluck Alkohol genehmigt. Aber dieser eigenwillige und hünenhafte Otto Kuhala, der sich zwei Geckos als Haustiere hält und übergangsweise in seinem Büro wohnt, macht Spaß. Überhaupt sind die Figuren des Romans äußerst glaubhaft dargestellt und auch der Humor des Autors macht Laune. Bislang konnte Markku Ropponen mit seinen Romanen in Deutschland noch nicht richtig Fuß fassen - einst erschien Ein Mann verschwindet im Regen -, doch mit der Figur des Privatermittlers Kuhala sollte man ihm eine Chance geben. dt. Erstausgabe: 2009 (vormals unter dem Titel Finnischer Mittsommer erschienen) - Piper Verlag, München fin. Originalausgabe Kuhala ja musta juhannus: 2003 - Tammi, Helsinki aus dem Finnischen von Stefan Moster --> bestellen bei amazon.de