Literatur Paula Noronen - Mission Meerschweinchen: Emilia und der beste Witz der Welt (Buchrezension von Birgit Arnold, Mai 2014) Emilias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung, als ihre Mutter sie mit einem Meerschweinchen überrascht. Ein unglaublich niedliches, mit braunem Fell und weißen Flecken. Im Käfig pinkelt es auf eine ausgelegte Zeitung mit dem Bild der deutschen Bundeskanzlerin, worauf Emilia es Merkel- Meerschwein nennt. Ein sehr ungewöhnlicher Name für ein Haustier, aber im Laufe der Geschichte wird sich herausstellen, dass dieses Tier auch kein gewöhnliches Meerschwein ist. Noch am selben Abend wird Emilia von ihm in den Finger gebissen und träumt in der darauffolgenden Nacht von einem Riesen-Supermeerschwein, das ihr verkündet, durch den Biss auserwählt worden zu sein, sich in ein menschengroßes Supermeerschwein verwandeln zu können. Sie müsse nur aus Merkel-Meerschweins Trinkflasche trinken und schon verfüge sie über Superkräfte, die allerdings klug einzusetzen seien, sonst würden ihr die Ohren abgebissen. Emilia versucht, den Traum zu vergessen, doch das ist leichter gesagt als getan. Die seltsamen Meerschweinchenträume gehen weiter und in einem dieser Träume wird sie vom Riesen-Supermeerschwein gefragt, wann sie denn endlich ihre Superkräfte nutzen wolle, erst einmal hätte sie das getan. Das war, als Emilia ihre eigene Wasserflasche nicht finden konnte und gegen den Durst aus der Käfig-Trinkflasche trank. Daraufhin schleuderte sie im Sportunterricht einen Baseballschläger bis auf den Mond, den sie ihrer Meinung nach allerdings nur hinters Gebüsch geworfen hatte, um ihn zu verstecken. Emilia wird in diesem Traum nochmals klargemacht, dass sie mit den ihr verliehenen Superkräften Menschen helfen könne, die gerade ihre Hilfe benötigten. - Zum einen ist da Emilias bester Freund Timo. Timo ist superintelligent, zierlich, dünn, völlig unsportlich und damit das passende Mobbingopfer für Fett-Anton. Antons Vater gehört eine Margarinefabrik und ist einer der reichsten Männer der Stadt, der die Schule immer wieder finanziell unterstützt, weswegen niemand in der Schule den Mut hat, etwas gegen die gemeinen Attacken Antons gegen Timo zu unternehmen. Zudem hat Timo Angst vor einem Witze-Wettbewerb an der Schule, zu dem auch die Kultusministerin kommen wird. Emilia ist der Meinung, dass Timo diesen Wettbewerb gewinnen muss und beschließt, sich auf die Suche nach dem besten Witz der Welt zu machen, den angeblich ein Guru in Indien kennt. Auch eine Oma benötigt Emilias Hilfe. Als Emilia einen Antrag für ihre Mutter auf dem Sozialamt abgeben sollte, bekam sie mit, wie diese Oma wegen eines unausgefüllten Antrags von den Mitarbeitern im Amt gemein behandelt wurde. Als Supermeerschwein möchte Emilia nun für Gerechtigkeit sorgen... Die elfjährige  Hauptprotagonistin erzählt die Geschichte in Tagebuchform. Die Episoden sind teilweise äußerst schräg und auch mit sehr viel Humor versehen, sodass sie einen Schmunzeln lassen. Beispielsweise als Emilia von Werner aus ihrer Klasse erzählt, der schon einunddreißig Jahre alt und bestimmt schon zwanzigmal sitzen geblieben ist. Oder als Emilia und Timo Jagd auf Läuse machen, weil im Internet jemand damit wirbt, einen Euro pro tote Laus zu bezahlen und ein Haus aus den Plagegeistern zu bauen. Für die deutsche Übersetzung wurde die Geschichte nach Hamburg verlagert, auch die Namen der einzelnen Protagonisten (Emilia ausgenommen) wurden im Vergleich zum Original geändert. Somit erinnert eigentlich nur noch der Name der Autorin Paula Noronen daran, dass es sich eigentlich um ein finnisches Buch handelt, was ein bisschen schade ist, da die „finnischen Momente“ abhanden gekommen sind. Das dürfte der Zielgruppe aber egal sein, auch der Handlung hat das keinen Abbruch getan. Diese ist prima und für LeserInnen ab etwa 10 Jahre geeignet, die gerne schräge witzige Geschichten mögen. dt. Erstausgabe: 2013 - Thienemann Verlag, Stuttgart/Wien fin. Originalausgabe Emilian päiväkirja Supermarsu - Lentää Intiaan: 2007 - Gummerus, Helsinki aus dem Finnischen von Elina Kritzokat, illustriert von Nina Hammerle