Literatur Taavi Soininvaara - Finnischer Tango (Arto Ratamo-Reihe, Bd. 6) (Buchrezension von Birgit Arnold, Februar 2008) Wenn es nach dem Wunsch von Eeva Hallamaa geht, sollte ihr Alltag langsam wieder in geordneten Bahnen verlaufen. Seit einem Jahr lebt sie nun drogenfrei, nur in besonders stressigen Momenten verspürt sie ein Verlangen nach Speed. An einem Samstagabend verändert sich ihr Leben schlagartig. In ihrer Wohnung wird Eeva von einem unbekannten Mann erwartet. Zana, “der Türke”, der sie später immer wieder aufsuchen wird, konfrontiert Eeva mit einem unglaublich klingenden Auftrag. Er möchte, dass sie gewisse Informationen an die Behörden übermittelt. Aus lauter Angst um ihre Tochter Kirsi und ihren Lebensgefährten willigt sie ein. Nicht nur der ungebetene Besuch ängstigt sie, auch den Anblick eines vor dem Bücherregal hängenden nackten und bewusstlosen Mannes wird sie so schnell nicht vergessen. In ihrer Not wendet sich Eeva an ihren Freund und Nachbarn Arto Ratamo. Ratamo, seit fünf Jahren Ermittler bei der Sicherheitspolizei, sagt ihr trotz der absurd klingenden Geschichte seine Hilfe zu. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen lassen Eeva allerdings immer mehr zu einer Tatverdächtigen werden. Der vorher in ihrer Wohnung hängende Mann wird kurze Zeit später an einem anderen Ort aufgefunden. An der Leiche von Arkadi Kirilow, einem Drogendealer, finden die Ermittler Eevas DNA-Spuren, zudem wurde der Russe mit der Waffe ihres Vaters erschossen. Von nun an spricht alles gegen sie. Hinzu kommen die merkwürdigen Aufträge von Zana. Was bezweckt dieser Mann? Steckt ihr ehemaliger Freund, der Iraker Adil al-Moteiri, hinter der Aktion? Arto Ratamo zweifelt mittlerweile ebenso wie die Polizei an ihrer Glaubwürdigkeit. Nimmt Eeva wieder Drogen? Was hat es mit der ungewöhn- lichen Häufung toter Drogenabhängiger in Helsinki und anderen europäischen Ländern auf sich? Zunächst sieht es nach einem Machtkampf unter Drogenkartellen aus Russland und dem Nahen Osten aus. Eine Wende in den Ermittlungen bringt der Kontakt von Ratamos Kollegin Riitta Kuurma zum britischen MI 5. Demnach planen Terroristen einen Sprengstoff- anschlag auf das Kreuzfahrtschiff ‘Pride of Britain’ im Hafen von Helsinki. Alles scheint langsam einen Sinn zu ergeben. Ratamo wird klar, warum die Täter ausgerechnet Eeva für ihre Zwecke ausgesucht haben. Mit Finnischer Tango knüpft Taavi Soininvaara nahtlos an den Erfolg seiner vorherigen Bücher an. Der bereits 2005 in seiner Heimat veröffentlichte Krimi ist nichts für schwache Nerven. Die Drohung eines weltweiten Jihad sowie die instabile Lage im Irak zeigen dem Leser, wie schnell die heutige Sicherheitslage in Europa ins Wanken geraten kann. Soininvaara lässt diese Tatsache gekonnt in seine Handlungstränge einfließen. Ein wahrer 5-Sterne-Krimi. dt. Erstausgabe: 2008 - Aufbau Verlagsgruppe, Berlin fin. Originalausgabe Pimeyden ydin: 2005 - Tammi, Helsinki aus dem Finnischen von Peter Uhlmann