Literatur Ilkka Remes - Ewige Nacht (Buchrezension von Birgit Arnold, Oktober 2007) Mehrere Geldtransporter werden überfallen. Die Täter gehen brutal und mit äußerster Präzision vor. Drei Menschen sterben. Ein Fall für TERA, die international besetze Anti-Terror-Einheit in Brüssel. TERA schickt ihren Spezialisten Timo Nortamo zunächst nach Finnland. Dessen erste Ermittlungen führen ihn auf die Spur des deutschen, ehemals erfolgreichen Molekularanthropologen Ralf Denk, der viele Jahre in Afrika die Ursprünge des Homo sapiens erforschte. Inzwischen ist er ein radikaler Globalisierungsgegner. Mit dem Russen Ilgar, Experte für biologische Waffen, verfolgt er einen perfiden wie auch wahnsinnigen Plan. Timo Nortamo und seine Kollegen decken diesen nach und nach auf. Bei den Sicherheitsbehörden in Brüssel, Washington und im Vatikan schrillen die Alarmglocken. Doch die Wirklichkeit, mit der Timo Nortamo sich schließlich konfrontiert sieht, übertrifft bei weitem die schlimmsten Befürchtungen. Die spannende Verfolgungsjagd führt die Ermittler von Europa bis in den Kongo, die ehemals belgische Kolonie. - Die Angst vor Terroranschlägen begleitet die Menschheit heutzutage in vielen Ländern der Welt. Ilkka Remes spielt in der zum Teil fesselnden Handlung mit dieser Angst. Abwechselnd wird die Handlung immer wieder aus der Sicht von Timo und von Ralf erzählt. Die Motive von Ralf Denk und seiner Gruppe G1 bleiben dem Leser eine lange Zeit unklar. Nach und nach stellt sich heraus, dass es nur vordergründig um Umweltschutz und eine generelle Kritik an der Globalisierung geht. Auch das Thema Kolonisation wird angeschnitten. Aber das eigentliche Motiv des Wissenschaftlers verblüfft den Leser am Schluss dennoch. Und so endet das Buch mit einer wenig glaubwürdigen Rettungsaktion, die den Leser irritiert zurück lässt. Trotz zahlreicher spannungsgeladener Handlungs-stränge überzeugt das Buch nicht wirklich, eignet sich aber dennoch als unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. dt. Erstausgabe: 2005 - Deutscher Taschenbuch Verlag, München fin. Originalausgabe Ikiyö: 2003 - WSOY, Helsinki aus dem Finnischen von Stefan Moster