Literatur Auli Mantila - Eine gefährliche Art von Glück (Buchrezension von Frank Rehag, Oktober 2007) Inkeri Aho, 42 Jahre alt und beruflich als Ermittlerin für eine Versicherung tätig, richtet ihr Leben nach den Grundsätzen des Versicherungswesens ein: Um es unbeschadet zu überstehen und Unfälle zu vermeiden, sollte man am besten ein Single-Dasein führen und keine Partnerschaft eingehen. Aus Angst vor Männern und Gefühlen meidet sie Gesellschaft und Musik, geht Freundschaften und Flirts aus dem Weg. Sie vertraut lediglich ihrer jüngeren Schwester Elina, um die sie sich seit ihrer Jugend kümmert. Als diese jedoch durch tragische Umstände stirbt, ist Inkeri gezwungen, ihr Schneckenhaus zu verlassen. Der Autodiebstahl, den Inkeri als aktuellen Versicherungsfall untersucht, scheint im Zusammenhang mit Elinas Unfall zu stehen. Im Zuge der Ermittlungen lernt sie Esa kennen, einen jungen Mann, der ihr Sohn sein könnte - den sie allerdings aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Seelenverwandtschaft ebenso lieben könnte. Esa wirkt äußerst introvertiert und Inkeri merkt schnell, dass er ein Geheimnis mit sich trägt. Was führt er im Schilde? - Eine gefährliche Art von Glück ist Auli Mantilas erster Roman, der bereits 2005 in Finnland veröffentlicht wurde. Es ist eine äußerst packende Geschichte, in der neben der Spannung auch genug Raum für Humor, Melancholie und Psychologie bleibt. Ein sehr gelungenes Werk der Autorin, die sich in Finnland vor allem einen Namen als Drehbuchautorin und Filmregisseurin gemacht hat. Unter anderem führte sie Regie bei Komplizinnen aus Angst, einer Verfilmung des in deutscher Übersetzung erschienenen Anja Snellmann-Romans Geografie der Angst. dt. Erstausgabe: 2007 - Kiepenheuer Verlag, Berlin fin. Originalausgabe Varpunen: 2005 - Teos, Helsinki aus dem Finnischen von Elina Kritzokat