Literatur Pentti Kirstilä - Den Göttern trotzt man nicht (Buchrezension von Frank Rehag, November 2008) Eigentlich wollte Kommissar Lauri Hanhivaara zusammen mit seiner neuen Freundin Sinikka zwei Wochen Urlaub auf Sizilien machen. Doch Sinikka muss absagen und so macht sich Hanhivaara alleine mit der finnischen Reisegruppe auf den Weg nach Italien. Innerhalb der Gruppe gibt er sich als Versicherungs- vertreter aus - er ist der Überzeugung, dass die Mitreisenden von dieser Spezi Abstand halten, die einem lediglich unnütze Versicherungen andrehen wollen. Ebenfalls auf dieser Reise dabei sind der Pornohändler Rantala und der Medizinstudent Piskonen. Sie geraten in Streit, als Piskonen Rantala bezichtigt, ihm am Strand 50.000 Lire gestohlen zu haben. Doch Rantala hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig und aus Rache macht Piskonen ihm weis, Kontakte zur Mafia zu haben. Ein paar Tage später wird Rantala tot auf einem Friedhof aufgefunden - und Piskonen ist verschwunden. Jetzt fängt der Urlaub für Hanhivaara an, interessant zu werden. Er lässt sich in die italienischen Ermittlungen einbinden. Zurück in Finnland erlebt er allerdings eine Überraschung: Ex-Kollege Huhtanen, der sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht hat, ermittelt bereits in dem Fall. Huhtanens Klient: Aarno Piskonen. Es ist ein Jammer, ein Jahr lang wartet man auf die neue Lektüre über Kommissar Hanhivaara - und in einem halben Tag ist alles gelesen, die Warterei auf neues Material beginnt von vorn. Auch dieses Mal präsentiert Kirstilä eine raffiniert gestrickte Geschichte, die zwar im Gegensatz zu den vorherigen Veröffentlichungen leicht abfällt, aber dennoch eine gut gemachte Krimikost darstellt. Die Lösung des Falles wird hier übrigens in bester Hercule Poirot-Manier präsentiert: Hanhivaara “doziert” und der Kreis um ihn herum lauscht - mit dem Unterschied, dass der Kreis bei Kirstilä aus lauter Polizisten und einem Verdächtigen besteht. Zwar liegt bei Den Göttern trotzt man nicht eine abgeschlossene Geschichte vor, dennoch kann dieses Buch aber auch als Fortsetzungsband verstanden werden. Des öfteren tauchen wieder Hinweise auf Ereignisse auf, die in den verschiedenen Veröffentlichungen zuvor passierten. Kirstiläs Hanhivaara-Reihe wäre wie geschaffen dafür, verfilmt zu werden. Nur spielen die Geschichten in den 1970er und 1980er Jahren, was in der heutigen Zeit des Fernsehens, bei der scheinbar die Anzahl von Explosionen maßgeblich ist, zum Rohrkrepierer würde. Also freut man sich auf den nächsten Band und wartet dafür auch gerne ein Jahr. dt. Erstausgabe: 2008 - Grafit Verlag, Dortmund fin. Originalausgabe Jumalia ei uhmata: 1982 - WSOY, Helsinki aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara